Tobi’s Blog

Gedanken zur Softwareentwicklung und anderes

Archiv für die 'Bücherecke' Kategorie

Skulduggery Pleasant (2): Das Groteskerium kehrt zurück

Erstellt von Tobi am 24. Juli 2008

Derek Landy

Das zweite Buch aus der Reihe, auf das ich jetzt schon ein halbes Jahr gewartet habe.

Wie auch schon der erste Teil ist nichts hochtrabendes zu erwarten. Stil und Spaßfaktor sind immer noch da und auf dem gleichen Niveau, die Geschichte ebenfalls wieder einfach aber nett gemacht. Aber ein klein wenig hat die Spannung nachgelassen, denn diesmal hab ich es nicht am Stück weggelesen. Das kann allerdings auch daran liegen, das es eben der zweite Band ist. Ggf. liegt es auch an genau der Tatsache, dass es mir nicht mehr ganz so einfallsreich erscheint, obwohl immer noch witzige Dialoge en mass verwendet werden.

Was mir dieses mal aber negativ aufgefallen ist, ist die merkwürdige Verwendung von gewalttätigen Szenen. Nicht detailiert aber irgendwie nicht ganz passend. Da platzen die Leute auch mal auseinander, sie explodieren in viele kleine Teile die dann durch die Gegend fliegen. Nicht, dass mich das stören würde, aber die Beschreibungen erinnern mich ein wenig an die vielen schlechten Stellen von “Harry Potter”, in denen ich so gar keine Lust mehr hatte, weiter zu lesen.

Ich vermute, es soll den besonders bösen Charakter der Figuren unterstreichen, aber mich langweilt sowas immer tierisch. Da winselt das Opfer und der Täter tut irgendwie nur überheblich, obwohl weder der eine noch der andere einen ersichtlichen Grund hätten. Mir kommt dann immer der Gedanke “jetzt stirb doch endlich, aber bitte leise” oder eben “mein Gott, schwall hier nicht so rum”. Nerviges ist auch in geschriebener Form eben Nervig.

Immerhin gibt es nicht sonderlich viele solcher Szenen und sie sind auch relativ kurz. Aber mein Rat an den Author währe: Vorsicht, nicht abrutschen! Sie waren so gut bisher, aber wenn ich weiterhin “scharf” auf diese Reihe bleiben soll, dann halten Sie bitte das Niveau und bauen schöne viele kleine Überraschungen ein wie im ersten Teil.

Zum Inhalt noch kurz: der Anfang ist wirklich wieder gut gelungen. Eine interessante Minigeschichte. Sehr witzig. Der Mittelteil ist gut durchdacht und kurzweilig. Das Ende ist ein typisches für einen Zweiten Teil auf den ein dritter Folgt. Es ist eigentlich keines sondern nur das Ende eines Teiles in einer Serie. Gut ist, dass wieder nur eine Hand voll Stellen ungeklärt bleiben, so dass man nicht gleich den Überblick verliert. Aber das, was bisher offen ist, klingt gar nicht mal so schlecht. Ich freu mich jedenfalls wieder auf den nächsten Band.

Fazit: ein gelungener zweiter Teil, wenn auch nicht ganz so gut wie der erste. Aber auf jeden Fall lesenswert.

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Skulduggery Pleasant: Der Gentleman mit der Feuerhand

Erstellt von Tobi am 20. März 2008

(Derek Landy)

Na endlich mal wieder Licht im scheinbar ewigen Dunkel. Ebenfalls ein Jugendbuch, das ich als Geschenk von einer Freundin erhielt.

Es ist nichts hochrabendes. Die Geschichte ist nicht umwerfend und vom Prinzip auch nicht neu. Die Handlung ist linear und lässt eigentlich keinen Spielraum. So gesehen ein sehr einfaches, ich würde fast sagen ein “handwerkliches” Buch. Soviel zum Nachteiligen an dem Buch, nur damit ich überhaupt was schlechtes darüber berichten kann :)

Aber das spielt hier alles gar keine Rolle. Die Geschichte ist einfach: ein junges Mädchen, ein mysteriöser Detektiv, viel Magie, ein Bösewicht der die Weltherrschaft anstrebt, tapfere Freunde die in der Not Helfen, Verrat und Verrat an Verrätern, und die Lösung des “Falles” incl. besiegen des Bösewichtes. Aber es hätte genauso gut um Lanzenpflege gehen können, s hätte dem Buch wohl kaum geschadet, denn das Buch lebt von trockenen Sprüchen und einem guten Gespühr für den richtigen Zeitpunkt. Nebenbei: es erinnerte mich ein wenig an die Fernseh Serie “die Zwei”, wobei meine Erinnerungen daran extrem schwammig sind, da ich das mit 10 vieleicht das letzte mal gesehen habe.

Die Erzählweise ist besonders interessant. Eigentlich ist die Geschichte ja gar nicht so toll, aber der Autor schafft es, immer wieder einen Anreiz zu setzen, dass man unbedingt mehr wissen will. Denn um die Spannung aufrecht zu halten gibt es hier zwei Möglichkeiten: “was passiert als nächstes” und “welcher Spruch kommt jetzt”. Und die werden voll und ganz genutzt und der Verhältnis zwischen beiden ist gut gewählt. Einziger Wehrmutstropfen: das Buch ist als Serie ausgelegt, aber es gibt nur 3 Stellen, an denen man das vermuten kann. Im Englischen gibt es schon einen zweiten Band. Ich bin sehr gespannt darauf.

Ich habe das Buch Gestern Abend um 21 Uhr in die Hand genommen, um mit kurzer Hunderunde-Unterbrechung bis 3 Uhr früh fertig gelesen. Ich konnte nicht anders.

Fazit: ein kurzweiliges, sehr unterhaltsames Buch. Erwartet keinen Anspruch, aber gute Unterhaltung. Sehr empfehlenswert.

Nachtrag: Ich vergaß, noch ein paar Ausschmückungen zu machen.

1. Der Anfang: einer der besten Einleitungssätze die ich kenne. “Gordon Edgleys plötzlicher Tod war ein Schock für alle – nicht zuletzt für ihn selbst.“.

2. Die Sprüche (in der Mitte): “Aber ich besuche [meine Verwandten] nie! Sie werden Verdacht schöpfen.”
“Ein Detektiv hat es nicht immer nur mit Folter und Mord und Monstern zu tun. Manchmal ist unser Job wirklich unangenehm.”
Wie wahr.

3. Das Ende: weder schnulzig noch abgedroschen. Keine Meisterleistung aber passend zum Rest. Gut gelungen.

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Der goldene Kompass / Das magische Messer / Das Bernsteinteleskop

Erstellt von Tobi am 16. März 2008

(His dark materials / von Philipp Pullman)

Auf einen Tipp einer Bekannten hin habe ich mich mal an die drei Bücher herangetraut. Generell ist das ja schon genau meine Richtung, aber sie Tatsache, dass es einen Film davon gibt, hat mich Anfangs auch etwas stocken lassen. Ich hatte Kitsch oder langweiliges Geplapper befürchtet, Disney-Kram eben. Aber der Anfang des Buches war gar nicht mal schlecht: schöne Beschreibungen, kurzweilige Geschehnisse. Alles in allem ist das Anfang des Buches genau das, was ich erhofft habe zu finden. Nett, unterhaltsam, phantasievoll, nicht zu schwer oder hochtrabend. Eine nette Vorleselektüre der Gattung “Judgendbuch”.

Das ging bis ca. zwei drittel des “goldenen Kompass” gut, bis zur Ankunft in Svalbard. Dann wurde die Erzählweise zäh, etwas naiv und langweilig. Mit dem Versuch, Brutalität und Kampfgeschehen detailiert zu beschreiben, verlor sich die Geschichte und das Unheil nahm seinen Lauf. Das erste Buch, den Kompass, habe ich noch recht mühelos fertig lesen können. Aber das schmalzige und super naive Ende machten meine Lust auf den zweiten Band zunichte. Aber ich hatte schon den zweiten Band gekauft.
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Die Vermessung der Welt

Erstellt von Tobi am 30. November 2007

(von Daniel Kehlmann)

Auf Empfehlung von einer Freundin habe ich mal was ganz anderes Probiert: eine Art historischen Roman. Wobei ich die Bezeichnung als wenig zutreffend finde. Es spielt im neunzehnten Jahrhundert und die Handlung ist entsprechend, aber es wirkt lebendig und neu.

Generell sehe ich es nicht als Roman sondern eher als Anekdotensammlung an. Die Geschichten sind nett, aber nicht umwerfend. Fesseln konnten sie mich nie und einige Stellen versteh ich entweder nicht, oder der Autor hat noch Fortsetzungen im Sinn oder zwischenzeitlich keine Ideen. Aber ich will es nicht schlechtreden. Ein nettes Buch über streben nach Wissen, der Ahnung um die Zukunft, des wissens über die eigene Beschränktheit und Sterblichkeit und zu guter letzt über Überheblichkeit und Dekadenz.

Gauß und Humbold sind kurzweilig beschrieben und das neunzehnte Jahrhundert so dargestellt, dass man gar nicht auf die Idee kommen könnte zu sagen “früher war alles besser”. Die Beschreibung der Zahnschmerzen incl. der damaligen Behandlung reichen mir um sicher sagen zu können: wie gut, dass ich nicht dann gebohren wurde. Wobei die allgemeine Aufbruchstimmung in der Wissenschaft auch gut spührbar und verlockend ist. Das sehnliche herbeiwünschen der Zukunft und die Erkentnisse über die eigene Unwichtigkeit in der Geschichte finde ich gut beschrieben und auch die überheblichkeit der “Gesellschaft” bei Humbolds Russlandreise sehr treffend.

Was mir allerdings ein wenig zu schaffen macht ist der Sohn von Gauß, Eugen. Ich habe keine Ahnung von Geschichte und konnte auch nichts in Erfahrung bringen was diese Person angeht, aber das Ende ist für mich schwer zu deuten. Vieleicht bin ich auch ein wenig paraniod was das Ende eines Buches angeht, wenn es auch nur im entferntesten nach “ich will eine Fortsetzung” riecht.

Fazit: nicht fesselnd aber nett und unterhaltsam. Auch das Buch würde ich nicht zwei mal lesen, aber ein mal ist ok. Schön ist die Tatsache, dass man auch unglaublich lange Pausen beim Lesen einlegen kann und aufgrund der eigentlich wenig zusammenhängenden Handlung immer wieder schnell rein findet. Somit kann man es auch gut als “Zweitbuch” benutzen.

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Spiegel, das Kätzchen

Erstellt von Tobi am 30. November 2007

(von Gottfried Keller)

Nach Mörs Schrecksenmeister habe ich mir jetzt auch mal das “Original” einverleibt. Ein vom Orm strotzendes Werk habe ich dabei allerdings nicht gefunden, sondern ein nettes, kurzes Märchen, das vom Gefühl her schon ein wenig eingestaubt daher kommt. Inhaltlich ist in den 62 Seiten des winzigen A6 Büchleins fast alles vorhanden, was auch im Schrecksenmeister vorkommt. Nur eben nich ganz so ausgeschmückt und “fantastisch”.

Aber das “sich kurz fassen” war Herrn Keller auch nicht immer gelegen, was zum Teil auch an der alten, sehr schnörkeligen Sprache liegt. Die Ausführungen Spiegels über seine alte Herrin mögen für jemandem aus dem neunzehnten Jahrhundert normal gewirkt haben, für mich war das einfach nur schwer zu lesen, da das Interesse bei zu viel Schnörkelei bei mir schnell nachlässt. Vor allem das all zu Ehrenhaft wirkende verhalten von allen, bis auf das der misstrauischen Jungfer, stöhrte mich. Pineiß kommt nicht als böse, sondern eher als einfältig, gierig und weichlich rüber, Spiegel eher als g’schwätzig und die Hexe incl. christlicher Schwüre nur Mittelalterlich.

Alles in allem muss ich sagen, dass mir der Schrecksenmeister besser gefallen hat, allein schon vom Schreibstil. Mal von der Handlung abgesehen könnte das Buch von Sprache und Verhalten der Protagonisten auch in einem Wiener Kaffe um 1900 bei besser gestellten Leuten handeln, was so gar nicht mein Ding ist. Das Ende ist auch nicht umwerfend oder besonders einfallsreich und die Dialoge ziemlich lang und, wie schon gesagt, mir zu schnörkelig.

Fazit: ein netter, aber angestaubter Happen für Zwischendurch, der aber nicht sein muss. Hätt ich das vorher gewusst, hätt ich’s nicht gelesen. Da die Geschichte so kurz ist, ist sie im Vorbeigehen zu bewältigen, so dass man es zumindest nicht als Zeitverschwendung ansieht wenn es einem denn gar nicht gefallen sollte.

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